Presse- und Medien-Lounge
Düsseldorf/Bonn Pressemitteilung vom 23.11.2011
„Helft unseren Jüngsten - je eher, desto besser!“
„Aktion Gemeinsinn“ will ziviles Engagement in Kitas mobilisieren - Norbert Blüm appelliert an Großeltern
„Kinder im Vorschulalter zu fördern, ist nicht nur Aufgabe von Eltern und Kita-Trägern – sondern erfordert auch bürger-schaftliches Engagement !“, sagte die Vorsitzende der „Aktion Gemeinsinn“, Cornelie Sonntag-Wolgast, vor Medienvertretern in Düsseldorf.
Die in Bonn ansässige älteste Bürgerinitiative Deutschlands hat unter dem Motto „Helft unseren Jüngsten – je früher, desto besser!“ einen Aufruf formuliert, der von Prominenten aus unterschiedlichen Bereichen unterstützt wird. „Die ersten Lebensjahre entscheiden über die künftige Entwicklung der Kinder, ihre Chancen in Schule und Ausbildung. 20 Prozent aller Kleinkinder werden jedoch zu Hause in ihrem natürli-chen Lerneifer und ihrer sprachlichen Entwicklung ausgebremst – mit fatalen Folgen für die Zukunft.“
Der Appell zielt darauf ab, möglichst allen Kindern – vor allem, aber nicht nur denjenigen aus Migranten-Familien und bildungsfernen Schichten – den Kita-Besuch zu günstigen finanziellen Bedingungen zu ermöglichen. Schrittweise sollen die Beiträge flächendeckend gesenkt, mittelfristig ganz abgeschafft werden. Der gesetzlich vorgesehene Rechtsan-spruch auf einen Kita-Platz für unter Dreijährige soll spätestens zur Jahresmitte 2013 realisiert werden. „Wir wissen, dass gerade das Land Nordrhein-Westfalen als Schlusslicht beim Kita-Ausbau einen harten Brocken zu leisten hat“, so Cornelie Sonntag-Wolgast weiter. „Aber für die Bildungschancen und die Integration gerade der sozial Benachteiligten ist jeder Euro besser angelegt als mit dem von der Bundesfamilienministerin vorgesehenen ‚Betreuungsgeld‘ .“
Die Aktion Gemeinsinn appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, sich als Mithelfer in Kitas oder ehrenamtliche Mitarbeiter in Projekten zur frühkindlichen Förderung zu beteiligen. Sie präsentiert praktische Beispiele und nennt Ansprechpartner. Auf der heutigen Pressekonferenz schilderten Monika Thönnessen vom Projekt „Singpaten besuchen Kindergärten“ (Euskirchen) und Reno Veit (Vorsitzender des Projekts „Mentor“ Gelsenkirchen) ihre Aktivitäten. Immer mehr Menschen – von jungen Familienmüttern und -vätern bis hin zu unternehmungslustigen Vertretern der Großeltern-Generation – zeigten sich an Aufgaben wie Vorlesen, Märchenerzählen oder Kochen interessiert.
Der Aufruf wird unter anderem von Norbert Blüm, Gesine Schwan, Rita Süssmuth, Kenan Kolat (Türkische Gemeinde in Deutschland), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, dem Migrationsforscher Klaus Bade und dem Kriminologen Christian Pfeiffer unterstützt. Unterstützer Blüm: „Kinder sind der größte Schatz. Er darf nicht vergraben, sondern muss gepflegt werden. Kinder dürfen nicht verstaatlicht und nicht vergessen werden. Der wichtigste Kinderort ist die Familie. Erst danach kommen alle öffentlichen ‚Horte‘. Zum Gemeinsinn gehört auch, dass Oma und Opa für ihre Enkel da sind, und die Enkel für die Großeltern. Die einen früher, die anderen später.“

