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Deutsch-Polnische Tagung

 

23.-25.09.2005, Kreisau


Erzbischof Alfons Nossol (Oppeln/Opole) hat zusammen mit dem Vorsitzenden der Aktion Gemeinsinn, Professor Carl-Christoph Schweitzer, eine Jury geleitet, die im November in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin durch einen Repräsentanten unseres Staates den Preis der Aktion Gemeinsinn für Zivilcourage verleihen wird. Der Aktion kommt es dabei auf die „Sensation des Positiven“ durch das Beispiel einzelner Menschen an. Zivilcourage endet nicht mit den Diktaturen. Auch im heutigen demokratischen Polen und dem wiedervereinigten Deutschland ist sie notwendig.


In diesem Sinne stellte die Aktion Gemeinsinn auf einer Tagung in Kreisau (Krzyzowa), dem Ort des Widerstandes des Kreisauer Kreises um Helmuth James Graf Moltke gegen die NS-Diktatur, polnischen und deutschen Studentinnen und Studenten erstmals die diesjährigen Preisträger vor.


Ignacy Jez, 91-jähriger Altbischof aus Köslin-Knollberg (Kozalin-Kolobrzeg) war fünf Jahre lang im KZ Dachau eingekerkert, half dort in der Krankenstube vielen Menschen unterschiedlicher Nationalität zu überleben und bewahrte sich gerade angesichts dieser Erfahrung eine „tatkräftige und exemplarische Lebenseinstellung“ (Alfons Nossol), mit der er sich bis heute unentwegt für die deutsch-polnische Versöhnung einsetzt.


Waltraud Mehling, 75-jährige Berlinerin, wird geehrt, weil sie schon als 5-jähriges Mädchen ihrer Familie half, Juden in Berlin, unter anderem auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee, zu verbergen, um sie damit vor Deportation und Tod zu retten. Sie gibt diese beispielhafte Geschichte weiter und erhebt dabei nicht den Anspruch, "eine Heldin zu sein".


Als Beispiel für Zivilcourage im DDR-System wird Uwe Schwabe aus Leipzig ausgezeichnet, Jahrgang 1965. Er ging den Weg von er Anpassung in der Nationalen Volksarmee der DDR hin zur Mitorganisation der großen Leipziger Demonstration im Herbst 1989 aus christlichem Engagement und wurde dafür verhaftet.


Der Mitbegründer der polnischen Solidarnocz-Bewegung, Bogdan Borusewicz, organisierte neben Lech Walesa den entscheidenden Streik im August 1980. Der heutige Sejm-Marschall ruht sich auf diesen Lorbeeren nicht aus. Als führendes Mitglied der Wojewocschaft Pomerellen drängt er auf mehr Selbstverwaltung und damit den Ausbau der Demokratie in Polen. Demokratie ist für ihn "kein Selbstläufer".


Der heute in Duisburg lebende, 1925 geborene Hans de Boer ist vom ungenierten „Kapitalisten“ zum bekennenden evangelischen Christen konvertiert. Er will verhindern, dass jemals wieder durch „Wegschauen“ ein neuer Extremismus obsiegen kann und setzt sich deshalb in seinen Vorträgen mit der „gesegneten Unruhe eines Christenmenschen“ gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus ein, wobei er Bedrohungen in Kauf nimmt.


Nachfolgende (Informations-) Materialien zur Tagung stehen Ihnen hier als Download-Datei zur Verfügung:


Vortrag "Was heißt Zivilcourage heute?" (pdf)
- Vortrag "Lehren aus den dunklen Jahrzehnten" (pdf)
- Vortrag "Widerstand in der 2. deutschen Diktatur" (pdf)
- Beitrag "Zivilcourage in der Gegenwart" (pdf)
- Protokoll AG "NS-Terror aus deutscher und polnischer Sicht" (pdf)
- Protokoll AG "Zivilcourage in (post)stalinistischen Diktaturen" (pdf)

 

Interaktiv

Gemeinsinn Blog

von Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast am 13-Dec-09 18:06
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